Minimalinvasive Durchtrennung des Filum terminale (SFT)
WIRKSAME BEHANDLUNG BEI ARNOLD-CHIARI-SYNDROM TYP 0, I UND 1,5, IDIOPATHISCHER SYRINGOMYELIE UND IDIOPATHISCHER SKOLIOSE
Was ist die Durchtrennung des Filum terminale?
Die Durchtrennung (Sectio) des Filum terminale (SFT) nach der chirurgischen Methode Filum System ® ist ein minimalinvasiver Eingriff zur Behandlung der Filum-Krankheit und des Neuro-Kranio-vertebralen Syndroms.
Durch die Operation ermöglicht es, die krankhafte Zugspannung auf das zentrale Nervensystem zu beseitigem und so auf die Ursache verschiedener neurologischer Erkrankungen direkt behandelt wird.
Merkmale der Methode:
- Exklusive minimalinvasive Technik ohne Öffnung der Rückenmarkshäute
- Kleiner Hautschnitt im Kreuzbeinbereich
- Sicherer, schneller und schonender Eingriff
- Örtliche Betäubung und Sedierung (bei Erwachsenen)
Ziel der Behandlung ist es, das Fortschreiten der Erkrankung zu stoppen und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten zu verbessern.
Welche Erkrankungen können behandelt werden?
Die Durchtrennung des Filum terminale wird insbesondere empfohlen, wenn eine Zugspannung des Filums die Ursache folgender Erkrankungen ist:
- Arnold-Chiari-Malformation (Typ 0, I und 1,5)
- Idiopathische Syringomyelie
- Idiopathische Skoliose
- Basilarimpression, Platybasie und verwandte Erkrankungen
Mit individuellen Anpassungen kann die Technik zudem bei Tethered Cord Syndrom und Okkultem Tethered Cord Syndrom eingesetzt werden.
Für wen ist die Operation geeignet?
Die Durchtrennung des Filum terminale kann durchgeführt werden bei:
- Kindern (auch Säuglingen)
- Erwachsenen
- Seniorinnen und Senioren
Voraussetzungen:
- Bildgebende Untersuchungen zeigen Hinweise auf eine Zugspannung
- Es bestehen Symptome, die mit einer Filum-Krankheit vereinbar sind.
- Es liegen keine medizinischen Kontraindikationen vor.
Wann ist die Operation nicht angezeigt?
- Bei sekundärer oder traumatisch bedingter Syringomyelie mit bekannter anderer Ursache
- Bei Chiari-Malformationen, die nicht mit einer Filum-Zugspannung zusammenhängen
Wie läuft die Durchtrennung des Filum terminale ab?
- Dauer: Ca. 40–45 Minuten
- Narkose:
- Erwachsene: Lokalanästhesie mit Sedierung
- Kinder: Vollnarkose
- Krankenhausaufenthalt: In der Regel 24 Stunden
Behandlungsablauf:
- Aufnahme am Morgen
- Operation
- Postoperative Überwachung
- Entlassung am folgenden Tag
Internationale Patientinnen und Patienten können je nach individuellem Heilungsverlauf meist bereits nach wenigen Tagen in ihr Heimatland zurückkehren.
Erholung und Nachsorge
In den ersten Wochen:
- Die Operationswunde sollte 10 Tage lang nicht nass werden.
- Normale Alltagsaktivitäten sind möglich, körperliche Anstrengungen sollten
jedoch für einen Monat vermieden werden. - Auf Schwimmbäder, Vollbäder und Saunabesuche sollte verzichtet werden.
Nach dem ersten Monat:
- Körperliche Aktivitäten können schrittweise wieder aufgenommen werden.
- Falls empfohlen, kann mit einer Rehabilitation begonnen werden.
Die Verbesserung der Beschwerden kann:
- Bereits innerhalb von Stunden oder Tagen eintreten
- Oder sich schrittweise über mehrere Wochen oder Monate entwickeln
Risiken und Sicherheit
Die Durchtrennung des Filum terminale gilt als sehr sicherer Eingriff. Risiken treten selten auf und sind in der Regel mild:
- Beschwerden oder Blutergüsse im Bereich der Operationsnarbe
- Geringes Infektionsrisiko
- Vorübergehende Sensibilitätsveränderungen
- Neurologische Anpassungsprozesse während der Heilungsphase
Vorteile der Behandlung
Die minimalinvasive Durchtrennung des Filum terminale bietet gegenüber
herkömmlichen chirurgischen Verfahren wichtige Vorteile:
- Behandlung der Ursache durch Beseitigung der Zugspannung auf das Nervensystem
- Geringeres Operationsrisiko, da die Rückenmarkshäute nicht eröffnet werden
- Weniger Komplikationen, beispielsweise Liquorverlust
- Schnelle Erholung
- Kurzer Krankenhausaufenthalt
Ergebnisse:
- Über 90% der Patientinnen und Patienten berichten über eine klinische Verbesserung
- Kann das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen oder stoppen
- Kann helfen, schwere neurologische Komplikationen zu verhindern
Häufig gestellte Fragen zur Durchtrennung des Filum terminale
Ist die Operation schmerzhaft?
Die Beschwerden sind in der Regel leicht und auf den Bereich der Operationsnarbe begrenzt. Die Beweglichkeit wird normalerweise nicht eingeschränkt.
Wann kann ich wieder arbeiten?
– Bürotätigkeit: nach etwa 7–10 Tagen
– Körperlich belastende Arbeit: nach ungefähr 1 Monat
Ist die Behandlung dauerhaft?
Ja. Ein erneutes Anhaften (Retethering) tritt nur in sehr seltenen Fällen auf (etwa 1 von 1.000 Fällen).
Was passiert, wenn ich mich nicht operieren lasse?
Die Erkrankung kann fortschreiten und zu folgenden Veränderungen führen:
– Weiteres Absinken der Kleinhirntonsillen (Chiari-Malformation)
– Zunahme der Syringomyelie
– Fortschreiten der Skoliose
– Verschlechterung der Symptome
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